Der innere Kontinent

Diesen albernen und zugleich nicht ganz albernen Satz habe ich nicht gesprochen. Ihn mich sprechen zu lassen war eine Idee des Vortags, als ich darüber nachdachte, ob dieser Satz etwas bedeuten kann, das über die Banalität des Selbstverständlichen hinausführt. Existenz hat etliche Häute und Schichten. Die Frage nach einem Wesenskern beschäftigt mich seit langem. Der Selbsterforschung sind jedoch Grenzen gesetzt. Ins Tiefste gelangt man nicht, weil sich dann Auflösung oder Auslöschung ereignete. Aus der gibt es keine Wiederkehr, nehme ich an. Ich war dort noch nicht. Die Selbsterforschung betreibe ich deshalb, weil ich mich in mir auskennen möchte. Sofern das möglich ist. Denn wieder und wieder stoße ich auf eine kleine Rücksicht. Eine Tür, die nicht geöffnet wird, denn dahinter lauert die schwarze Leere einer vergessenen Erinnerung, hockt ein blindes kleines Wesen ohne Sprache, ohne Licht. Sicher bin ich mir nicht. Ich erfinde diese Tür, da ich sie mir vorstellen kann. Ich erfinde auch das arme Wesen, das dort hockt, denn ich habe es in einem Film gesehen. Ich bewege mich durch die Bilder und Vorstellungen meiner Zeit. In einem anderen Menschen darf man nicht herumwühlen, niemals. Deshalb forscht der Wißbegierige, ein Abenteurer der Seele, in sich selbst. Er möchte in sich reisen. Wird ihm das langweilig, kehrt er zurück und mischt sich unter die anderen und spricht verständliche Sätze. Die Ansichten des Inneren trägt er bei sich.


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