Zwei amerikanische Studenten im Abteil. Sie reden über dies und das, sie proklamieren. Wir müssen es hören: es geht über Colleges und Stipendien, Eltern und Freunde, Parties und Beziehungen, Kontakte und Instrumente. Schnöselzeug für uns Erschöpfte am Ende eines Arbeitstages, die wir heimwärts fahren und eigene Gedanken oder Gespräche haben. Sie aber fühlen sich gut und lassen leiden. Der Waggon ist ihre Bühne, sie haben Showtime. Jeder soll hören, wie bemerkenswert und richtig sie sind. Sie tragen Anzug und Krawatte und geben sich ungeheuer selbstbewußt. Sache des Alters; sie sind kleine Jungs, bemühte Idioten; sie wissen ganz wenig, wären ein Fall für das Erbarmen, gingen sie einem nicht dermaßen aufs Gemüt. Der Verkäufer der Obdachlosenzeitung spricht, sie sprechen lauter. Eine Frau, die lesen möchte, setzt sich woanders hin. Alle versuchen wegzuhören, auf diese dezente, feine Art, die ich in den Bahnen hier oft beobachtet habe. Wir sind viel gewöhnt, das überstehen wir auch. Horrorvorstellung: sich selbst unschlagbar grandios zu finden, während der gute Rest hofft, daß man endlich geht, wenn man schon nicht schweigt. Wie sehen die beiden aus, wem ähneln sie? Sie erinnern an die Figur des Pete Campbell in Mad Men, nur jünger, naßforscher, überzeugter, ahnungsloser. Frühe Opfer ihres ererbten oder erworbenen Dünkels. Sie fahren weiter, ich darf aussteigen. Randy Newman hören, soll der mir das erklären.
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