Ich war zwanzig Jahre alt und verliebt in Sandrine Bonnaire, denn ich hatte Vogelfrei gesehen. Ein Landstreicherdrama um eine junge Vagabundin, Buch und Regie: Agnès Varda. Ich sah Sandrine Bonnaire dann später noch in einigen anderen, deutlich lieblicheren Spielfilmen und war notgedrungen enttäuscht. In Vogelfrei machte jemand ernst: Sans toit ni loi (so der Originaltitel) – das interessierte mich, bei allem anderen tat ich nur so. Sandrine Bonnaire ist Mona, die weggelaufen ist und durch die Gegend streift, Begegnungen hat, diese übersteht, weiterzieht und eines Tages in einem Weinberg gefunden wird, erfroren. Es ist Winter, die Wanderschaft ist beendet. Mona ist wortkarg und schroff, sie paßt sich nicht an. Sehnsucht hin oder her. Ihre Freiheit ist ihr heiligstes Gut. Die läßt sie sich nicht nehmen, trotz der verschiedenen Angebote. Einmal erfährt der Zuschauer, daß sie in einem Büro gearbeitet hat, bevor sie sich aufmachte, um nie wieder zurückkehren zu müssen.
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