Es war feucht. Der Nebel lag nicht auf der Straße, er hing in den Bäumen des Friedhofs und heftete sich an die Häuser der langen Straße hinunter zum Platz, wo sie die Marktstände aufbauten. In der Nacht hatte ich schlecht geträumt, war zu früh erwacht und hätte den Morgen gern verbummelt, mit Gedichten oder dem Buch der Unruhe, das ich nun wieder lesen und lieben kann. Es gehört in den Herbst. Die Straße war menschenleer. Einige Autos fuhren vorüber, eher leise. Selbst die Motoren klangen schläfrig. Eine Straße mit Autos ist nicht menschenleer, doch darüber dachte ich nicht nach. Ich trat fast auf ein kleines Stück ausgestanzter Pappe, Teil eines Puzzles. Es lag mit der Rückseite nach oben neben dem Lüftungsschacht der U-Bahn. Erst wollte ich mich bücken und nachsehen, was auf ihm zu sehen ist. Stattdessen lief ich weiter bergab und stellte mir vor, zu welchem Bildmotiv es seinen Beitrag geliefert hatte. Herbstwald oder portugiesische Karavelle. Mir fehlte die Geduld für das Puzzlen, ich war zwölf, als ich es aufgab. Heute wüßte ich, wie es geht, aber ich will nicht mehr puzzlen. Lieber selbst kleiner Teil eines schönen Bildes sein.
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