Ich könnte, sollte, müßte es allein können und schaffen, zur Not gegen alle — süße Idiotie falschen Stolzes. Die Bastionen des Nichteinsehens und Nichtverstehens und aberwitziger Trotzigkeit sind endlich abgebaut, fast ganz. Die Ruinen trauriger Selbstherrlichkeit sind zu besichtigen. Der Vulkan schweigt. Rauchwolken künden sonstwas.
Ich sah mich stets nur einsam vergangener Zeit. Das war mein Bild, ich hing an ihm wie an einem Glauben. Die Welt (darunter ging es nicht) war klein und dumm und abgeschmackt. Alles tanzte nach einer Flöte. (Ich glaubte der Propaganda.) Demnach stand ich allein und mußte auf mich gestellt einen Ausweg finden. Ich war jung und blöd wie ein Held in einem Roman.
So ächzte ich mich durch und landete in der Verdammnis der Isolation. Man kann viel Tamtam darum machen, daß es einem nicht gelingt, Teil einer sinnvollen Wirklichkeit zu sein. Sich empfinden wie einen lebendigen Skandal, der ja beides ist: Vorwurf und Provokation. Langweilige Szenen aufgeregter Leute, deren Intelligenz überschätzt wurde. Kinski. Keine Liebe, keine (innere) Heimat, kein Land in Sicht.
Solch inneres Prozessieren dauert halbe Ewigkeiten, besieht man die Dauer eines menschlichen Lebens. Männer finden sich später zurecht in der durch und durch relativen Wirklichkeit der verschiedenen und voneinander abhängigen Leben. Ihre Enttäuschung ist anfangs unermeßlich: daß da kein Wort ist, kein Bild, kein „Gott“, kein Gesetz, kein einfaches Ziel. Nur das Verworrene, also Mühsame ist da, das Mühe benötigt, um erschlossen zu werden. Doch niemals ganz. Denn darin liegt seine Würde.
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