Wie lebt ein Mensch, der nicht ehrlich ist? Anderen etwas vorzumachen mag gelingen, aber sich selbst? Ein Bild von sich errichten und andere glauben machen, das Bild sei echt? Wir wissen um die Macht der Bilder, wir wissen, daß Menschen sich täuschen lassen wollen. Sonst blieben etliche Positionen unbesetzt: der Kriegsheld, die Heilige, die starke Frau, das Wunderkind, der sanfte Mann, das Genie, der souveräne Herrscher. Vermutlich gibt es etliche, die sich mit einem solchen Bild ihrer selbst identifizieren. Selbsttäuschung ist ein weites Feld und nicht jenen Größeren vorbehalten, deren Namen jeder kennt. Napoleon ist Besitzer des griechischen Bistros um die Ecke. Metternich leitet die Geschicke von Getränke Hoffmann Berlin. Mutter Teresas Bilanz kennt allein sie. Die Heiligen sind sehr einsam, wenn es sie gibt. Die Helden haben Angst vor der Angst. Das eigene Spiegelbild gibt einen Hinweis. Sieh hinein ohne Stolz und Vorurteil. So sieht das aus.
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