Don’t Stop The Carnival

Sonny Rollins lebt, nun 86 Jahre alt. Zahlen, Jahre, Vergangenheiten. Interviews, Fragen, freundliche Antworten: „You can’t think and play at the same time.“ Miles Davies (eher kein Freund von Gefälligkeiten) nannte Rollins einmal den größten lebenden Tenorsaxophonisten des Jazz. Seit einigen Jahren werden die Road Shows veröffentlicht, Mitschnitte ausgewählter Stücke, Live-Aufnahmen der letzten Jahre. In einem Interview, mehr als zwanzig Jahre her, sagte er einmal, die jungen Leute übertrieben maßlos, wenn sie ihn bewunderten. Es gäbe unzählige Dinge, die er vergeblich aus seinem Instrument herauszubekommen versuche. Je höher man gelangt, sagte er, desto mehr wird deutlich, wie groß der Abstand ist, nach oben, zum Unerreichbaren. Ein illegaler Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1985 machte mich auf ihn aufmerksam, da spielte er in Bern (Schweiz) und zeigte, wie man tanzt, wenn man nicht nur spielt, sondern wirklich tanzt. Die CD wurde mir geklaut, aber es war für einen guten Zweck. Rollins grinst, kennt sich aus. Ja ja, die Suche, die Sucht.


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