Pfeil rauf, Pfeil runter

Diese Seiten haben ein Problem, es lautet Reihenfolge. Dies ist mein vorerst letzter Eintrag, aber er folgt auf die anderen, die unter ihm stehen. Manchmal kommt einiges durcheinander, wenn das Dritte vor dem Ersten gelesen wird. Aktualität zahlt sich hier nicht aus. Sie fordert ein gegenchronologisches Lesen, ein Lesen gegen den Strom. Erst das Ende, dann der Anfang. Der letzte Schrei bleibt unverstanden. Wer nur im Heute lebt, weiß nahezu nichts. Wer nur im Gestern lebt, steckt hinten fest. Seit zwei Jahren, einem Monat und sechs Tagen schaffe ich hier an, trage herbei und trage ein, entstanden sind 1.224 Beiträge unterschiedlicher Richtung und Qualität. Was ich heute weiß, wußte ich vorgestern nicht. Was gestern noch gelang, mißlingt morgen. Andererseits begegnen wir uns stets im Hier und Jetzt und sind, wenn es gut geht, pure Gegenwärtigkeit. Solch flirrende Anwesenheit suggeriert das Weblog-Format. Dennoch: eine Geschichte erzählt sich nicht von ihrem Ende her. Das Ende bedeutet weniger als gedacht. In irgendeine Tür muß schließlich die Ladung, in irgendein Loch, auch unter der Erde. Die Wege und Abwege, Umwege und Irrwege sind das Interessante. Von Interesse ist, wie jemand seinen eigenen Weg findet – nicht, daß er ihn eines Tages gefunden hat. Das Gesicherte ist für einen Jäger nicht interessant, es wird als Beute betrachtet, behandelt und bewacht. Erst ein Raub wertet es wieder auf. Kaum etwas Törichteres auf der Welt als dieser tierhaft fühlende Mensch (um ins Allgemeine auszuweichen). Dies ist Wesenheit 1.225 in geordneten Buchstaben und Zeilen – keinesfalls letzter Stand, lediglich einer Laune folgend, so scheint es.


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