Es gibt Tage, die sind wie nicht stattgefunden. Bereits während man in ihnen steckt wie in einem Wurmloch, ist völlig klar, daß aus ihnen nichts werden wird – so sehr man sich auch bemüht. Mit Mühe ist ihnen ohnehin nicht beizukommen, das ist ein ganz inadäquates Mittel. Besser schon, man ignoriert sie – bedenkt sie nicht, läßt sich nicht mit ihnen ein. Ein Tag ist eine Zeiteinteilung, keine Wesenheit. Was west, bin ich. Manchmal verwest man auch: ein denkendes Stück Aas, ein Kadaver, siehe Kafka. Schreiben ist gefährlich, denn bevor man schreibt, muß man denken. Kaum denkt man, will man ehrlich sein. Kaum ist man ehrlich, beginnt eine Reise in Wörtern um die Welt. Es muß nicht die eigene, es kann eine ganz und gar erdachte sein. Doch muß sie sich anfühlen, spürbar sein oder werden. Deshalb die Berührung mit sich selbst, unausweichlich, nicht immer angenehm. Manchmal ist auch nichts los, dann quält sie, die selbstgewählte Isolation. Das beste Mittel, um sich an solchen Tagen loszuwerden (oder wiederzufinden), ist ein langer Spaziergang in einem großen Wald, der völlig gleichgültig ist gegenüber Menschen, die heute nicht mögen.
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