Wenn es ein Gutes hat, in diesem Land aufgewachsen zu sein, dann dies: daß sie hier nicht mehr ganz so groß die Klappe aufreißen dürfen wie andernorts. (Daß wir Wohlstand anhäufen können, in einiger Sicherheit leben und Kriegshandlungen vermeiden, weiß ich sehr zu schätzen.) Dauernd dieses WIR WIR WIR — ja, was denn WIR? Sind die Menschen selbst so wenig, daß sie sich ständig zu Gruppen zusammenrotten müssen? Gruppen sind im Kommen, weiß der Trendforscher in mir, die heroischen Einzelgänger gibt es kaum mehr. Menschen sehnen sich nach Zugehörigkeit und Schutz, sie sind Gruppenwesen von Anfang an. Der Individualismus war eine kurze Zwischenstation in der Geschichte der Menschheit und nicht weit verbreitet. Auch wir haben es damit probiert, haben vom süßen Gift der Freiheit genascht, doch nun möchten wir lieber wieder zueinander gehören und nicht mehr so allein stehen im Wind und im Wetter. Es scheint ums Überleben zu gehen — weiter hinten, weiter vorn, dort wo bereits gekämpft wird.
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