Welchen Namen trägt dein Gott? fragte der Jeansjackenmann und klappte sein Rasiermesser auf. Das war eine Albernheit, er wollte mich, weil er Angst hatte, einschüchtern und zeigte auf die eintätowierten Buchstaben auf den Knöcheln seiner rechten Faust. O-D-I-N. Mein Gott hat keinen Namen, sagte ich. Was soll ’nn das für’n Gott sein, der keinen Namen hat? knurrte er. Ich zuckte mit den Schultern: Ich würde ihn dir sagen, wenn ich ihn wüßte. Mein Gott braucht keinen Namen. Dann is‘ er kein Gott, sagte der Rasiermesserspieler. Kannst du das einstecken, bitte, sagte ich zu ihm. Er hörte nicht, oder er hörte und wollte nicht.
Als er sich verabschiedete, eine gute halbe Stunde später, erfuhr ich den Grund für sein seltsames Benehmen. Er fürchtete sich, auf dem Heimweg vom Schlawinchen überfallen und ausgeraubt zu werden. Daher das Messer. Laß es sein, riet ich ihm, bevor du gezogen und aufgeklappt hast, liegst du schon am Boden. Vielleicht haste recht, sagte er, und dann noch: Ich bin übrigens Gunther, biste öfter hier? Nicht so oft, sagte ich.
(Ist mehr als zehn Jahre her, es war nicht angenehm mit ihm.)
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