Wenn zwei Menschen sich begegnen und spüren, aber nicht zueinander finden können, ist das tragisch und traurig – da etwas sie voneinander hält oder begrenzt. Sie sollen sich finden und fassen, so will es die beobachtende Anteilnahme. Doch wer ist füreinander bestimmt – und woher nehmen die, die solches glauben oder wollen, ihr Recht auf Bestimmtheit und Verpflichtung? Vermutlich unterliegt die Einsichtsfähigkeit der Gnade oder dem Wollen. Das Wollen ist Wille, ist Macht. Macht ist Ausdehnung und Bestimmungsanspruch. Wille und Macht benötigen Begrenzung, sonst wuchern sie aus, eutrophieren. Die Verfettung der Macht läßt sich beobachten und untersuchen, nicht allein in Wirtschaft und Politik, Kunst und Gewerbe. Tatsächlich wäre es einfacher, wir glaubten an einen bestimmenden Gott oder an ein Schicksal. Die Dinge würden einfacher oder schienen einfacher zu sein. Solcher Trug begleitet die Menschheit von Anfang an. Ich unterstelle, daß wir (als Menschen) das Trügerische niemals losgeworden sind. Beweisen müssen möchte ich das nicht. Ich käme zu nichts anderem mehr, verendete eines Tages unter einem negativen Vorhaben. Als positiv empfinde ich eine fröhliche Selbstsetzung, wie ich sie manchmal erlebe, wenn ich auf Enthusiastische stoße. Die wissen deutlich mehr, denn sie trauen sich hinter die Grenze, auch der Liebe.
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