Wunderblumenpoesie gelesen. Die Welt soll klingen, das Kleine sich groß zeigen. Schmetterlinge, nicht die Raupen. Der Wind schickt die Botschaften umher. Der Regen erzählt Geschichten, aber nicht die seines Fallens und Versickerns. Die Wolken bilden Gestalten, aber es sind nicht die Höllenhunde, die über den Himmel jagen und ihre Beute zu Tode hetzen. In der Wunderblütenwelt ist es hell und freundlich wie im Kinderbuch. Ein wenig rührt mich das, denn tatsächlich ist die Kindheit ein Ort der Schrecken und der Schönheit. Die Alptraumnächte der Gefährdung, Nacht für Nacht diese entsetzlichen Visionen meines Genommenwerdens und Getötetseins. Woher kamen die? Erst der Morgen brachte Erlösung. Der hat seinen Tod ja schon hinter sich, sagte ich über ein zartes und zerbrechliches Kind, das mir anvertraut war für den Unterricht in deutscher Sprache. Nach sechs Monaten war es geboren worden, da war nicht viel. Jetzt ging es zur Schule wie die anderen Kinder auch, nur daß es sich anders verhielt und auch anders schaute. Dieser Blick: ein trauriges Staunen. Ich ging mit ihm von Raum zu Raum, wir unterhielten uns über die Bilder, es waren Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen. Anschließend spielten wir Fußball. Bei Ihnen fühlt er sich wohl, sagte die Großmutter.
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