Da ich mich nie verkleiden mochte, gefallen mir diejenigen, die es tun. Ich fühlte mich unbeweglich und authentisch wie ein Grenzpfosten, irgendein Pfeiler irgendeiner unverstandenen Grundordnung. Ich war ein Bauer im Spiel nur geahnter Macht. Allmählich verspüre ich Lust mich zu verkleiden. Je mehr ich verstehe, desto stärker äußert sich der Wunsch nach dem Spiel und neuer Freiheit. Das gleicht ein wenig den politischen Händeln der Vergangenheit, die wir im Geschichtsunterricht verabreicht bekamen. Erst wenn die Burg gesichert war, zogen die Ritter hinaus ins Land und über dessen Grenzen hinaus. Sie lernten, wer sie sind, indem sie sich konfrontierten. Auch ich habe das getan, früh schon und immer wieder. Das Verkleiden lernte ich allerdings nicht, vermutlich nicht einmal das Kleiden.
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