Erschöpft vom Spielen ins Leere

Ich möchte mit denen sein, die mit mir spielen können, musizieren. Ich möchte Bälle werfen, die aufgenommen oder zurückgeworfen werden. Es darf schnell gehen oder behutsam, je nachdem. Aber dieses Verenden, dieses In-den-Graben-kullern-Lassen eines Balls, diese Gar-nicht-Verstehen oder Sehr-wohl-verstehen-aber-nichts-Sagen, wo kommt das denn her, was soll mir das? Es ist mir lästig, das raubt mich aus, das macht mich arm. Ich verdurste in diesem Land, werde betrogen. Man kommt offenbar nicht mit. Ich fummle schon an mir selbst herum, weil es so langweilig ist. Wäre ich ein Idiot, redete ich ohne Unterlaß, nur damit ich mich gut amüsiere. Sie müssen etwas, denke ich, in Reserve halten, anders kann ich mir ihre Existenz gar nicht vorstellen. Da muß noch was sein, und das zeigen sie dann ganz zum Schluß, wenn es zu spät ist. So geschieht es stets. Das haben wir doch nicht gewollt, lallen sie dann. Nach einem Unfall, einem Unglück, einem Ereignis größerer Tragweite. Schlucken, dauernd schlucken, Kehlkopf. Nicht gelernt zu sprechen, aber gelernt zu schlucken. Und immer weiter so, nicht nur Frage des Temperaments. Wo sind die Freien, gibt es die überhaupt?


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Erschöpft vom Spielen ins Leere

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert