Into the Wild machte mich trunken; ich taumelte aus dem Kino und ließ mich allmählich beruhigen. Eine Zeit, in der solche Filme entstehen, delirierte ich, kann nicht schlecht sein. Dank an Jon Krakauer, Dank an Sean Penn, Dank an Eddie Vedder, die sich literarisch, filmisch und musikalisch auf die Suche nach Christopher McCandless gemacht haben. Ich habe den Film nun etliche Male gesehen und finde keinen Makel. Gestern sah ich Wild, die Verfilmung der Wandersuchbewegung von Cheryl Strayed, dargestellt durch Reese Witherspoon. Das ist eine andere, doch nicht völlig andere Geschichte. Die Protagonistin will dem entfliehen, was sie kaputt gemacht hat (Familie, Tote, Mißachtung, Drogen), möchte sich reinigen auf einem Pfad der Entbehrungen und wählt einen ausgeschilderten Pfad, der durch die Wüsten Kaliforniens über Oregon nach Washington führt. „Alex Supertramp“ in Into the Wild möchte sich ebenfalls reparieren, doch er will ganz hinaus, alles hinter sich lassen und sich dort draußen finden, irgendwo in Alaska. Für den Pacific Crest Trail, den Cheryl Strayed gegangen ist, hätte sich Christopher McCandless nicht interessiert – sie sich nicht für seine Eskapade. Könnte interessant sein, wer die Filme in welcher Reihenfolge schauen möchte.
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