Ich stand an einem Abgrund und sagte zu mir: Du fliegst nicht gut. Eine Möwe kreischte und flog sichtbar gut. Sie kreischte, und was sie kreischte, klang für mich wie: Wenn du fliegst, kommst du schneller nach unten. Was also wollte ich? Fliegen, um schneller nach unten zu gelangen, oder stehen bleiben, um was anderes zu tun? Eigentlich wollte ich einst doch hoch hinaus. Das war metaphorisch gemeint, und ich habe es nie anders als bildhaft verstanden. Positionen kotzen mich an. Ich verspürte einstmals diesen starken Drang, anderes zu tun als die anderen – ich wollte das nicht, ich mußte mich unterscheiden. Das mag als Aufgabe gefaßt sein, es wirkt wie ein Fluch. Sündhaft ist das, sagten die einen; andere behaupteten, ich würde gewiß scheitern. (Wie tröstlich.) Sie gaben mir auch Ratschläge für ein moderateres Leben, ein Arrangement hier, ein Leckerli dort. Ja ja ja, ich habe alle und alles verstanden und verstehe fürderhin. Doch es hilft mir nicht, es tröstet mich nicht, es gefällt mir nicht. Lieber mit den Krähen krächzen als mit den Tauben gurren. Heilige Scheiße, ist das kalt in diesem Wohlstandsparadies. Die Überschrift mit großem Dank erliehen von Henry Miller, der mir noch durch jeden Winter geholfen hat. Ich würde so gerne etwas zurückgeben an ihn. (The Air-Conditioned Nightmare erschien 1945 bei New Directions, New York.)
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