„Zu uns kamen Philosophen, Mathematiker, Musiker, Maler, Wissenschafter, Schauspieler, Denker, lauter berühmte Köpfe. Meine Mutter hat für alle gekocht, sie war eine sehr gute Köchin. Sicher war dieses Umfeld in vielerlei Hinsicht bereichernd, aber bei mir hat es nie klick gemacht: Ich habe nie den Wunsch verspürt, Mathematik zu beherrschen wie X oder Klavier zu spielen wie Y. Im Gegenteil: Ich wollte nicht so werden wie sie. Wenn du hundert Gärtner, hundert Philosophen, hundert Musiker nimmst, bekommst du immer denselben Mix an wundervollen, langweiligen, schwierigen, unausstehlichen Menschen; das fand ich rätselhaft. Für mich war kein Vorbild darunter. Das Talent oder das Genie, das sie in ihren Fachbereichen zeigten, ging nicht mit einfachen menschlichen Tugenden wie Uneigennützigkeit, Güte oder Aufrichtigkeit einher. Ich wollte jemanden nicht nur aufgrund seiner Fähigkeiten bewundern, sondern als Menschen. Jemand, mit dem man wirklich gern zusammen ist, aber das kam nicht oft vor.“
Matthieu Ricard
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