Unter Menschen

Warum die Tiere in meinen Texten? Zum Beispiel deshalb: die sind ja auch noch da, dachte ich einmal, in einer schlimmen Phase, als ich trostbedürftig war und tiervergessen lebte, es mir zuviel wurde mit den Konflikten und Komplikationen, die der menschliche Geist und das Bewußtsein in zuverlässiger Folge produzieren und sich selbst als zu lösende Aufgabe vorlegen. Menschen sind unfaßbar anstrengend, läßt man sich falsch auf sie ein und entführen in die Nischen und Grotten eines anderen, ebenfalls problematischen Bewußtseins. Schnell landet man in Labyrinthen, und Vorsicht ist geraten, wo die Rückwege unbewußt und systematisch verbaut werden. Freiheit ernst zu nehmen bedeutet, jegliche Form der Gefangenschaft (nicht nur den Worten nach) abzulehnen, bedeutet sogar, auf die Beute zu verzichten, bedeutet mehr noch, sich gegen die Biologik zu behaupten, derzufolge ein höherrangiger Prädator darf, was er kann. Die sind ja auch noch da – das war tröstlich. Tiere sind nicht schuldfähig, das zeichnet sie aus. Menschen dagegen machen sich was vor, können ohne gar nicht leben. 


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