An der Kasse vor mir das Paar. Sie ist schwanger, auf seinem Rucksack aus Planenstoff mit Faltverschluß steht ICH MAG MEIN LEBEN. Das ist gut, aber soll das jeder wissen? Sie sieht sich um und prüft, ob ich jemand bin, den sie verachten kann. Ich stehe hinter ihnen an der Kasse, das ist alles. Aber dieser Blick. Er ist freundlich zur Kassiererin, sie verzieht keine Miene. Während sie die Kreditkarte einschiebt, bilde ich mir ein, erkennen zu können, woher sie kommt. Streng ging es dort zu, strikte Befolgung der Regeln, Gehorsamsidealismus, Leistungsethik, Lustverachtung, Belohnungsverwöhnung, Nervosität, Selbstbestrafung, Bulimie. Diese harten Augen, die stechen und bohren, grausam sind und verächtlich machen. Zuhause Weinkrämpfe, ich bin nichts wert und so weiter, draußen dann wieder der Rasenmäherblick. O Gott die Menschen murmelte ich auf dem Tempelhofer Feld, als so schicksalhaft die Sonne unterging und ich mir vorstellte, wie ich dieses Bild des Himmels und der untergehenden Sonne und des schneekalten Mondes bewahren werde, wenn eines Tages wieder Krieg herrscht, hart und herrisch und jedes einordnend in die Macht seines gierigen Schreckens.
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