Taschentuch

Mag sein, daß es von hier aus weit ist in die Felder, weiter noch in den Wald. Mag sein, daß die Flüsse den angesammelten Dreck nicht fortschaffen, daß das Kanalwasser stillsteht und zu faulen beginnt. Mag sein, daß die Straßen, Plätze und Parks zugemüllt und manche so runter sind, daß sie ihren Lebensraum so wenig achten wie sich selbst. Mag sein, daß man hier raus muß alle paar Monate. Mag sein, daß sie auch diese Stadt den Investoren zum Fraß vorwerfen, daß wir ziehen und fliehen werden, in geordneten Trecks über die Grenze, die den sauberen Wohlstand von der schmutzigen Armut trennt. Mag sein, daß wir die Ausgespuckten sein werden, der Rotz, den man sich von der Oberlippe wischt. Mag sein, daß die besten Jahre vorbei sind, mag sein, daß die Zukunft düster ist (statt hell und leuchtend). Mag sein, daß ich mir etwas vormache mit Freiheit und Schrift, mit der Geschwisterschaft derer, die nicht danke sagen, wenn man sie herumschubst und nötigt. Mag sein, aber hier stoße ich mir nicht dauernd den Kopf, hier kann ich laufen und lerne sehen, hier bekomme ich Luft. Soll die Zukunft doch kommen, sie enthält uns ja. Ich kenne schöne Menschen.


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