Die Serie Versailles läßt mich froh sein. Wenn es möglich ist, in jene vermeintlich ferne Zeit laufende Bilder derzeitigen Verstehens zu entwickeln, sind wir nahe eines Verstehens unserer eigenen. Absolutismus, vom Wort her bereits Überanstrengung. Wie gelang es jenem König, die Gesellschaft von Paris nach Versailles zu locken, an jenen Ort, an dem das Nichts zuhause war? Er baute ihnen einen Schloß und schloß sie darin ein, und ein jeder wußte an diesem exklusiven Ort fortan, wo sein Platz war, ansonsten ließ er sich finden. Die Serie zeigt dies ohne sondere Bewunderung, fast sachlich und behält dabei einen Monarchen im Blick, der seine Ideen von Größe und Pracht inszenieren läßt, um nicht zu scheitern. Ludwig XIV menschlich und nahbar? Nein, nicht einmal dieses Fehlers machen sich die Macher der Serie schuldig. Wir Zuschauer sind Zeugen eines Wahns und einer Wirklichkeit, die aus solchem Wähnen ersteht. Alles in dieser höfischen Welt ist künstlich, erdacht und gewollt. Die Natur scheint überwunden, das Natürliche abgeschafft. Ein Triumph des menschlichen Geistes, der fraglos französisch ist. Während die Installation ins Werk gesetzt wird, hoffen wir auf das Beste. Es wird immer einen König geben, solange es Märchen gibt.
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