Gestaltwechsel

Da nun der Wind durch die Alleen läuft und um die Häuser streicht, ein kühler Wind, ein dem Juli untypischer Gast, bleiben wir in den Häusern und sehen ihm zu. Er bewegt die Halme und zieht an den Blättern, was mag er nur suchen, daß er unter jeden Strauch faßt. Er kommt aus dem Norden, kennt sich hier noch nicht aus. Ich werde ihm einen Kaffee anbieten, etwas Gebäck, sicher ist er müde nach solcher Wanderung. Die kleine Fliege von gestern ist immer noch hier. Sie sucht meine Nähe und läuft den Tassenrand entlang, setzt sich auf meine Hände und folgt den blauen Blutbahnen unter der weißen Haut. Ich wollte sie schon erschlagen, denn ihre Füße kitzeln mich. Aber sie ist viel zu geschickt, sie läßt sich nicht fangen, nicht schlagen. Nun ist sie fort – ich hätte nicht über sie schreiben dürfen. Ob der Wind nun auch fort ist.


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