Ständchen

Wenn es herausgeschrieben ist, buchstäblich alles, herausgezogen aus dem Inneren wie ein endlos langer bleicher Wurm, herausgewickelt, meinetwegen auf ein Streichholz – was dann? Bin ich dann fertig, ist es dann vollbracht? Dann wann, wann dann. Kann ich dann mal los? Ich schreibe ein Lied dazu. Sicher gibt es noch Ecken der Poesie, in die ich passen könnte. Sicher werde ich mir eine schaffen, freischießen zur Not mit Worten. Es gab bereits schlechtere Zeit für Kunst, nun, da sie nichts mehr gilt. Sie wird blühen, abseits erst, schön und groß dann. Man wird sie schützen müssen wie alles, das lebt. Nachdem sie sich rührend blamierten dort, wo sie dachten, daß Leben sei, wenden sie sich dem zu, was einzig frei ist oder zu sein sich bemüht, redlich, unredlich, wer weiß das schon. Kunst mißbrauchen kann jeder, sie brauchen nur wenige. Vor ihnen erscheine ich gern und verneige mich (notfalls) auch höflich. Fahrtwind in den Haaren, Tränen in den Augen. Zielen und treffen.


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