Auf dem neuesten Stand

Das handschriftliche Schreiben begeistert mich, mehr noch als zuvor. Seit ich auf Tasten tippe oder, wie jüngst, auf die glatte Oberfläche eines Feldes, das quadratmillimetergenau registriert, welches Befehlspartikelchen ich auszulösen beabsichtige, entsteht in mir eine Lust auf das Freie, Unbegrenzte und Geschwungene des Schreibens aus Arm und Hand. Mein ganzer Körper schreibt mit (schreit mit, wollte ich eben tippen). Auch hier, auf Texte und Tage, würde ich Handschriftliches plazieren, ginge das oder erschiene es mir sinnvoll. – Nein, meine Handschrift ist persönlich und privat. – Die Zivilisation stürzt sich (nahezu) hemmungslos in das jeweils Neueste, wenn es nur technisch und spielerisch ist. Das hat etwas Berührendes, denn Hilflosigkeit scheint auf, Langeweile gibt sich preis. Die Leute wollen endlich mal was Richtiges zu tun haben. Bis dieses Sinnvolle und Vereinnahmende eintritt, spaßen sie sich durch und vertreiben sich die Zeit mit den nötigen Anpassungen an eine Kreise drehende Update-Kultur.


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