Poesie ist nicht dazu da, die Sache komplizierter zu machen als sie ist. Poesie ist dazu da, sie so darzustellen, wie sie wirklich ist. Poesie ist nicht Blümchentapete, ist nicht Poesiealbum, nicht die längst überfällige Maßnahme, das Scheißhaus zu tapezieren. Poesie sagt, was ist. Jedoch in anderer Sprache: treffender, deutlicher, spürbarer, härter, weicher, kommt darauf an. Worauf an? Auf das Sujet. Sujet heißt Gegenstand, Thema, auch Versuchstier. Ich habe es die Sache genannt. Die jeweilige Sache ‚verlangt‘ nach angemessener Betrachtung. Eine Villa kann wuchtig, massiv oder stattlich genannt werden – Entscheidungen sind zu treffen. Sprechen heißt zaubern, nur daß das kaum jemand bemerkt. Spricht für den Zauber. Poeten verzaubern wie andere auch, nur daß sie ahnen, daß sie es tun. Wenn sie es wissen, wird es gefährlich. Schon bald stürzen sie ab. Poesie darf nicht zu bewußt sein, verschwistert sich um der Sache wegen mit dem Traum. Poesie ist keine Gegenstandsbeschreibung, keine Abhandlung, keine Zeichnung nach der Natur. Poesie ist die Muttersprache der Menschheit, sicher doch. Poetisch heißt auch bildhaft, vorstellbar, sinnlich. Poesie umgeht die Schranken, Schleusen und Zollstationen der sprachbasierten Vernunft. Poesie zielt ins Herz der Dinge, und wenn sie gut ist, wird sie zu treffen verstehen und verwunden. Es blutet die Schönheit als Wahrheit.
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Wie wunder-, wunder-, wunderschön gewoben, diese Zeilen! Bestimmt hast Du es bereits beim Weben geahnt. Aber nicht gewusst, so hoffe ich für Dich.
Lieben Dank! Der Text schrieb sich leicht. Insofern könnte ich es geahnt haben.