Contact from the Underworld of Redboy – Robbie Robertson 1998. Anschließend ließ er lange warten, 2011 erschien How to Become a Clairvoyant. Soeben ist sein Album Sinematic erschienen. Robertson ist 76 Jahre alt, gilt als Legende (The Band), könnte Ruhe geben, Filmmusiken komponieren (wie jüngst für Martin Scorsese), Interviews geben, seine Stellung in irgendeiner Hall of Fame des Rock and Roll reklamieren. Vielleicht tut er all dies, was weiß ich. Gestern las ich eine Kritik des aktuellen Albums, da stand, er sei Sohn einer Mohawk-Mutter und eines jüdischen Gauners oder Gangsters. Der Kritiker nannte ihn einen „Verlegenheitssänger“ – das trifft es fast. Robertson flüstert, raunt, schmachtet. Das hat mit den Geheimnissen zu tun, denen er auf der Spur ist. Die können nicht flachhin gesagt, die müssen übergeben werden, feierlich, bedeutsam. Fröhlichkeit ist in seinen Songkunststücken selten, vielmehr Tragik, Scheitern. Wissen, das sich nicht weitersagen läßt, nur flüstern. Geschichte der Verluste eines Lebens, das von sich weiß. Man muß geben, dann bekommt man. Einsicht in das Spektakel der großen elektrischen Städte, die Energieflüsse, die Ladung. „Now I’m no longer on the run / I’ve had some luck and I’m doing well / But I remember where I started from / When I stole that bible from the hotel“. Danke für die Nachricht, Unbekannter, ich höre dich.
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