Hier geblieben

Sonntagmittag grau und feucht. Zeit für einen Spaziergang entlang der Altarme eines großen schiffbaren Flusses. Den Hund dabei, solides Schuhwerk an, eine Wind- und Wetterjacke. Pappelreihen und Kolonievögel. Strommasten, Überlandleitung, Vorsicht Hochspannung. Das Knistern der Luft an den Kabeln. Ein bunter Drachen hat sich verflogen und hängt dort oben, sein angeklebter Schwanz flattert im Wind. Kinderunglück. Bald bekommen die Kinder einen Chip unter die Haut, damit die Eltern immer wissen, wo sie sind. Hier unterhalten sich die Spatzen im Gebüsch, jeder darf zuhören, ohne verstehen zu müssen. Das ist wie in einem fremden Land. Es hat über Nacht geregnet, die Wäsche hängt auf dem Wäscheständer. Warum denke ich an den Rhein, immer wenn ein Sonntag grau und diesig ist? Später ins Café, wo die anderen Ausflügler Kuchen essen und Kaffeekännchen bestellen. Barbourjacken an der Garderobe, der Raum voll von Gesprächen. Allein traute ich mich nicht unter diese Menschen, es sind zu viele.


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