Vielleicht schreibe ich eines Tages ein Theaterstück. Damit die Stimmen, die in mir sind, herausdürfen. Es ist langweilig, immer nur ein Autor mit einer Stimme zu sein. Man muß viele Autoren werden. Ich habe nicht selten gegensätzliche Auffassungen einer Sache in mir, aber nur einer gestatte ich den Ausgang. Ich könnte glatt das Gegenteil behaupten, ohne dabei zu lügen oder mich zu verstellen. Die erste Hälfte eines Lebens lernt man Überzeugungen anzuhäufen, die zweite ist dazu da, sie wieder abzutragen. Das Leben richtet sich nicht nach Überzeugungen. Überzeugungen sind Kleider aus Wörtern. Klamotten, Kettenhemden, Fahnenstoff. Man kann sie weitergeben, die Leute gieren danach. In Berlin nur Hertha.
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