Zwischen den Zahlen

Wie andere auch – ich lese einiges – sitze ich hier herum und mache mir Gedanken über das, was seit ein paar Tagen/Wochen die „Corona-Krise“ genannt wird. Wessen Gedanken es sind, die ich denke, interessiert mich schon. Sind es die Gedanken der Menschengemeinschaft, der ich angehöre, sind es solche der Anteilnahme und Teilhabe an Humanität? Gemeinsamkeit der Furcht und der Trost des geteilten Leids? Etwas anderes in mir sucht Distanz, recht deutliche Distanz zum allgemeinen Wissen und Meinen. Von Souveranität kaum eine Spur, ich bin die letzten Tage in Schwingung geraten, habe mich bewegen lassen von den Wellen, dem Wehen der unterschiedlichen Winde. – Diese verrückten Winde, wochenlang. – Ich habe den Virologen und Epidemiologen zugehört und sie zu verstehen geglaubt. Die Nachrichten waren gestern voll der neuesten Zahlen und werden es morgen wieder sein. Es geht ans Sterben. Nichts für schwache Nerven. Ich habe versucht, mich mit Leitungswasser zu betrinken, und wurde gewarnt: es droht eine Wasservergiftung.


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