Draußen

Kommt man zu sich nach Siechtum und Krankheit … Ich erinnerte mich vor einigen Tagen an jene fast schon vergessene Zeit, als ich vielleicht sechs Jahre alt war und der Sommer draußen stand und wartete, und ich hörte die Stimmen der Vögel, die Stimmen des Lebens, vor allem aber die Stimmen der Spielkameraden und Nachbarskinder, die draußen spielten. Ich durfte nicht hinaus, mir war der Aufenthalt im Bett zugeteilt, denn ich mußte meine Nierenbeckentzündung auskurieren. Hinter mir lagen die schlimmen Schmerzen, ich bedurfte der Wärme und Ruhe. Zwei Wochen, sagte der Arzt, zwei Wochen strenge Bettruhe. Ich lag in meinem Bett und hörte hinaus und phantasierte mich ihnen zu, meinen Spielgefährten, dort unten, vermutlich unter meinem Fenster, so hörte sich das an. Und dann kam der feierliche Tag, da durfte ich wieder hinaus. Nicht in kurzen Hosen, hieß es, erneut streng. In langen Hosen und viel zu bekleidet für den Sommer von 1971 oder ’72 trat ich hinaus ins Freie und gehörte wieder dazu.


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