Novembersturm

Ich erinnere mich an den Novembersturm von 1972. Ob ich es zur Bushaltestelle schaffen würde, war fraglich. Ich war zum Davonwehen leicht, ein Schulkind in der zweiten Klasse, der Schulranzen verlieh mir etwas Gewicht. In den Nachrichten hatten sie nichts gesagt, demnach fand die Schule statt. Kaum stand ich vor Haus und Hof, dort nämlich, wo die Dorfstraße eine gefährliche Kurve beschreibt, kam der Nachbarjunge mir entgegen, taumelnd im Westwind, hielt sich an mir fest. Da standen wir beide am Straßenrand im Sturm und wären fortgeweht worden, den Abhang hinunter in den Dorfbach (die Beeke), hätte ich nicht rechtzeitig Halt gefunden und mich an den Grashalmen festgehalten, und Jürgen sich an meinem Schulranzen. Meine Mutter sah das und rief uns zurück, fast schien mir, sie freute sich. In ihren Augen der Schrecken und zugleich ein unterdrücktes Lachen. Wir müssen zu komisch ausgesehen haben, zwei Zweitkläßler am Straßenrand, ihr einziger Halt ein paar Grashalme.


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