1. und 2. W.

Wie schwer nun alles fällt. – Ich bemerke das abends oder nachts, sofern ich überhaupt einmal dazu komme, innezuhalten. Meine Tage erlauben wenig Bemerken. Ich funktioniere leidlich, spreche mit Menschen, die zu flachen Bildern geronnen sind. Wie gut, daß ich sie wirklich kenne und nicht nur so … Überbrückungen, Improvisationen, Notbehelf. Die aktuellen Bestimmungen zeigen aufs deutlichste, was ‚das Internet‘ kann und was nicht. Vielleicht war das in beide Richtungen zuvor nicht so deutlich. Insofern lernen wir und ziehen aus dieser Not gemeinsam Nutzen. Es gibt eine erste und zweite Wirklichkeit. Die zweite kann die erste nicht ersetzen, und ihr Ehrgeiz, dies zu tun, dürfte eine Schwächung erfahren. Daß die zweite einspringen kann, wenn es Ärger in der ersten gibt, wissen alle, die sich ein Abendunterhaltungsprogramm zusammenbrauen, um nicht reden zu müssen. – Wie schwer nun alles fällt, habe ich begonnen. Mir ist, als koste es mich unendliche Anstrengung, auf diese schwarzen und blanken Tasten (vom vielen Schreiben) einzutippen, nur damit gleich ein Text entstanden sein wird, der einen Wimpernschlag später zu lesen ist, wo immer sich jemand gerade befindet. Das hat etwas Zauberisches, ganz so, als könne der Geist nun nachweisbar fliegen. Eigentlich konnte er das von jeher. Doch nun gibt es Belege. Gute Nacht.


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