Jemand, den ich noch gar nicht so gut kenne, fragt mich, ob ich nicht auch verwundert sei, wie gut die politische Linke sich mit den Maßnahmen des Staates (zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus‘) arrangiere. Nein, bin ich nicht. Die Linke betet den Staat ja geradezu an, bekämpft nur diejenigen, die ihn repräsentieren. Im Grunde möchte sie übernehmen und anschließend von oben nach unten durchregieren. Mit der Freiheit hat sie es nicht, mißtraut ihr. Freiheit wird als „bürgerliche“ diffamiert, als eine Laune des Spätkapitalismus verächtlich gemacht. Wie überhaupt das Individuum im Sozialismus-Kommunismus schlecht wegkommt. Man denkt kollektivistisch, einsammelnd, formierend. Die (möglicherweise unbewußt) angestrebte Erziehungsdiktatur scheint in nahezu jeder Forderung durch. Es gibt noch weitere Gründe, warum die Linke so toll mitmacht. Mit den Liberalen teilt sie die Ansicht, daß der Mensch alles Lebensweltliche selbst in die Hand nehmen und zu eigenem Vorteil wenden muß. Der emanzipatorische Anspruch besteht darin, sich aus aller Gefangenschaft der Naturbedingungen zu lösen und ein utopisches Reich der Freiheit zu errichten, in dem die Natur als (endgültig) besiegt gelten kann. Wäre es nicht schön, wenn.
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