Hilfssubjekt

Lebt man ein paar Jahrzehnte, sammelt sich was an. Zunehmend wird es mehr, endlich wirkt es unaufräumbar kompliziert. „Es“. Wer wie ich ungern und selten aufräumt, findet sich vor verstaubten Stapeln alten Zeugs. Was kann weg davon, was soll zukünftiger Erinnerung dienen?

Heute habe ich leere alte Koffer betrachtet und gedacht: Luft. Einige Pullover sind mottenzerfressen, die liegen bereits in der Mülltonne. Warum nur fällt es mir so schwer, altes Zeug wegzuwerfen? Ich sehe unsichtbare Psychologen mit den Fingern schnipsen, denn Herr Lehrer, ich weiß was.

„Das kann man alles noch brauchen“, sagt der alte LPGler in Detlev Bucks Arbeiter- und Bauernfilm Wir können auch anders. Der Alte kriecht in einem Geräteschuppen herum und besieht Schellen, Schrauben, Ketten, Muttern und anderes „Altmetall“, wirft es dann in seinen Eimer. Das kann man alles noch brauchen.

Mir ist, als hätte ich diese Filmsequenz vor längerer Zeit einmal notiert, mit anderen Worten, aber selbigen Sinns. Nun, sie beschäftigt mich. Ebenso wie es mich beschäftigt, woher ich stamme und warum ich mich verhalte, wie ich es offensichtlich tue. Anderen fällt es ja auch auf, also auch mir.


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