Drei Uhr nachts. „Lass dir raten, trinke Spaten!“ Mit einem Spaten in der Hand kann man Wurzeln durchtrennen, ein Beet umgraben, einen Kopf spalten. Schädelspalter hieß oder heißt das Stadtmagazin von Hannover. Einer der schönsten Stadtnamen, die ich je gehört habe. Hannover klingt leicht und frei, geht schwerelos über Feld und Wald und Wiesen. Ein letzter Rest davon ist in der Stadt und ihrer Umgebung. Gärten, Parks, Alleen. Leben und leben lassen. Großmut und Bescheidenheit. Deshalb halten es meine Freunde dort aus. Etwas Gutes ist dort, auch wenn es sich versteckt. Nein, es versteckt sich nicht. Es ist anwesend, wirkt aber verdeckt. Die Bescheidenheit sorgt dafür, daß es (das Gute und Fördernde – Bedingung allen Gelingens) wie abwesend wirkt. Die sogenannte Abwesenheit kann Bescheidenheit sein. Ich mußte in Hannover lernen, nicht durchzudrehen. Eine Ein-Jahres-Lektion. Sie war gründlich. Nasenbluten. Verzweiflungen. Einsamkeit. Ich möchte einen Text über Hannover schreiben, aber ich traue mich nicht. Es sind immer nur Ansätze, zaghafte Versuche. Ich bin nun frei genug, ich kann das schaffen. Man kann so unglücklich sein, daß das Unglück auf den Namen einer Stadt hört.
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