Es gibt diese Momente, ganze Tage oder Phasen, da jedermann sich um das Naheliegende kümmert und nicht um Weltgeschichte, Gerechtigkeit und abstrakte Bedrohungen. Da sind die Pflanzen zu beschneiden, neue Schnürbänder einzufädeln, Kondolenzbrief zu verfassen. Eine Jahreszeit heißt Sommer und gibt sich heiter bis unterkühlt. Nach zwei Hitzesommern begrüße ich jeden kühleren Tag, halte mich selbst auch bedeckt. Die Witterung gibt nicht her, daß wir segeln, fliegen, tauchen. Da ich es bin, der die Wirklichkeit baut, gebe ich mich hiermit erkannt. Abends schaue ich Thriller, die ohne Schrecken sind. Wie abgegriffen die Untergänge wirken, wie abgeschmackt die Katastrophen. Hundert Jahre Einsamkeit, sofern man nicht „entdeckt“ wird.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.