Was hilft es, ein Symptom zu besiegen?

„Hinter den Kulissen der Familie Trump“, lautet eine Schlagzeile in den U-Bahn-Nachrichten. Ich lese gar nicht weiter. Wie soll es hinter den Kulissen aussehen, wenn es vor ihnen bereits ausschaut, wie es ausschaut. Zu überdenken ist vielmehr ein politisches und ökonomisches System, das einen wie ihn, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, nach oben läßt, und zweitens eine Ausgangslage, aus der heraus das geschehen konnte. Die Empörungsgesten aus dem Clinton-Obama-Lager lassen Selbstkritik nicht erkennen. Was verstehen Ost- und Westküsten-Intellektuelle und -Eliten (lassen wir sie als solche durchgehen) vom großen Amerika dazwischen, vom Süden auch? Ein Stadt-Land-Konflikt deutet sich an, der es in sich hat. Trump aber triggert so sehr, auch und insbesondere seine politischen Gegner, daß die sich mit einem puren Gegen zufrieden geben. Trump muß weg, schon wird es besser. Das zeugt von keinerlei Einsicht der Opponenten; nach einem Wahlsieg ihrer Cliquen werden sie weitermachen wie zuvor und die Trump-Periode wie eine zwar peinliche, aber, nun ja, so etwas kommt in den besten Familien vor, Angelegenheit verwinden. Ob sie den inneramerikanischen Riß sehen, den Trump für sich zu nutzen versteht, ist mir undeutlich. Die Demokraten haben einen alten Mann nominiert, der sich im November mit einer jüngeren Vizepräsidentin als Trump-Nachfolger wählen lassen möchte. Sollte es gelingen, haben sie Arbeit vor sich, die weitere Generationen leisten müssen.


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