September

September, schon wird es kühler. Die große Zeit beginnt, die Farben blühen mächtig auf, der Abschied naht. Was gäbe ich darum, im September Geburtstag zu feiern. Zu feiern! Ab jetzt ist alles Gunst und lässiges Gewähren. Mag sein, daß es demnächst kalt wird. Das zieht den Rahmen, konturiert das Bild, verleiht ihm Tiefe. Hochsommer soll uns plattmachen, sich ins Fell markieren wie ein Brandzeichen. Dazu die jeweiligen Klimazertifikate, denn das ist ihre Zeit. Kaum wird es kühler, schreiben die konjunkturellen Medien nichts mehr davon, warten auf nächsten Anlaß. Das runiniert den Ruf, aber trotzdem. Trotzdem Katastrophe. Niemand ist dafür, aber sie wird kommen. Sagen sie. Ich aber bin Katastrophiker, sie sollten mich mal fragen! Ich war es von Anfang an, mein Leben begann mit dem Tod. Nun lebe ich und bin im September. Bald färbt sich rot das Laub, und noch immer war ich nicht bei der Weinlese.


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