Schön sind auch die Tage, an denen niemand erscheint

Das Café ist geöffnet, die Kaffeemaschine läuft, ein Kellner wartet. Vielleicht regnet es in Strömen oder ein Schneesturm legt den Nahverkehr lahm. Eine Seuche ist ausgebrochen oder es herrscht Glatteis. Die Tische sind eingedeckt (Zuckerstreuer, Aschenbecher, Speise- und Getränkekarte), der Deckenventilator kreist. Aus den Lautsprecherboxen halbkostbares Klaviergeduldel. In der Küche finden Vorbereitungen statt, Marmelade, Honig und Butter werden portioniert. Jemand holt noch schnell vom Bäcker frische Brötchen. Bereits elf Uhr. Nun ist durch den Hintereingang auch der Chef da, tätigt Telephonate. Ein leerer Bus fährt an den großen Fensterscheiben vorüber, ohne Fahrgäste. Der Busfahrer wirkt wie tot. Im Eingangsbereich hockt eine Taube, ihr quillt eine Blutblase aus dem Kopf. Der Bus muß sie angefahren haben. Der Chef erledigt die Angelegenheit mit einem kräftigen Tritt. „Wirkt nicht gerade einladend“, knurrt er.


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