Schönheit des Januar VI

Florence fragte mich gestern, warum ich sie hasse. Warum sollte ich das tun? Wir sind aufeinander angewiesen! Wir leben – das ist viel. Müßten wir nicht vielmehr tot sein? Ich hasse sie nicht. Aber sie nicht zu hassen bedeutet nicht, sie zu lieben. Sie hat etwas Ordinäres, das mich abschreckt. Sie spricht nicht schön über das, was doch schön sein sollte. Ich entstamme einer Familie, der das Schöne und Gepflegte etwas galt. Hier, im Westen, sind wir alle gleich. Aber sie soll nicht rülpsen. Dabei sieht sie mich an, als täte sie es einzig für mich. Florence, du wilde Schönheit. Kein Wunder, daß du dich mit dieser alten und blinden Indianerin verbündest. Ich wäre gerne mit euch. Der Junge schnitzt noch immer Pfeilspitzen. Das Mädchen schläft, es ist spät.


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