Man muß wirklich sehr an den Menschen glauben, um nicht an Gott zu glauben. Mir ist beides nicht gegeben, aber im Zweifelsfall entschiede ich mich für Gott. Nur damit dieser vorlaute und vorläufige Mensch jeweiliger Ausstattung und Befugnis seine Klappe hielte und verschwände. Nur deshalb. Da es aber stets komplexer zugeht, hat sich dieser nervtötende Typ, den ich im Auge habe und am liebsten ausschalten möchte, sowohl an Gott, als auch an sein Gegenteil geheftet. Mit einem Wort – wohin man sich wendet, wird es binnen kurzem widerwärtig. Daß Gott ohne den Menschen und umgekehrt der Mensch ohne Gott nicht sinnvoll existieren kann, leuchtet mir ein. Mein intellektuelles Gewissen fordert jedoch eine nähere und poetische Bestimmung von Gott – wohlgemerkt: als einer Unbekannten. Hierher gehören die ersten Verse des Daodejing: „Der Sinn, der sich aussprechen läßt, / ist nicht der ewige Sinn. / Der Name, der sich nennen läßt, / ist nicht der ewige Name.“
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