Besser man schaut nicht hin

Einmal habe ich ihn lächeln gesehen. Ansonsten wirbelt er herum, ist hier und dort, räumt aus und räumt ein, am liebsten beides gleichzeitig. Für ihn kann es gar nicht genug Zeit auf der Welt geben – und gäbe es mehr, würde er sie auch noch mit Arbeit verzehren. Er steckt die anderen an, jedenfalls die Männer – die sind nun auch im Laufschritt unterwegs. Vom Lager zur Kasse, von der Kasse zum Pfandautomaten, von der Lieferrampe ins Lager, von Regal zu Regal, von den Regalen zur Abfallsortierung, Rollwagen marsch. Mist, ein paar Eierkartons sind verrutscht, jetzt müssen die Pappen geöffnet und kontrolliert werden. Schon steht die Schlange bis zum Pfandautomaten. Einer der Säuferkunden grölt und fordert eine zweite Kasse. Wie überaus lustig bei zwei Mann Personal. Die Frauen machen nicht mit beim Männerwettrennen im Penny-Markt, deshalb können sie noch freundlich sein. Für den, den ich meine, sind die Kunden eigentlich Feinde. Er muß sie nacheinander ausschalten. Daß sie Feinde sind, weiß er nicht. Aber er verhält sich so. Nun ja, er arbeitet in der Notversorgung. Wer bei Penny kauft, muß sparen. Ich muß gar nicht sparen, aber der Markt liegt günstig. Schnell habe ich dort Milch gekauft oder ein Stück Butter, Toilettenpapier oder ein Markenbier. Vielleicht ist er der Filialleiter, vielleicht drückt ihn die Verantwortung, vielleicht kann er nicht delegieren. Er ist einer von denen, die lieber schnell selber machen, als lang zu erklären. In meinem Dorf nannten sie einen wie ihn einen Quäler. Ich bin froh, wenn ich ihn nicht sehen muß. Dabei ist er sicher in Ordnung, wenn man ihn nicht bei der Arbeit erwischt. – Ja, danken kann ich auch.


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