Multitaskfähig

Ich habe wirklich „Vertrauensvorschuß“ geschrieben … Was für ein Dreckswort. Wer von Vertrauensvorschuß spricht, fordert auch Gerechtfertigkeitsrückzahlung, billigerweise. Wann ist denn Vertrauensvorschuß in die deutsche Sprache gerutscht, wer redet so? Einmal in Gebrauch gerät es an die Ahnungslosen, und schließlich ist es geläufig – wenn auch nicht bekannt wie ein bunter Hund. Ich habe es gestern ganz ahnungslos verwendet, wenig dabei gedacht. Es war das Wort, das zu passen schien; es wurde nicht eigens eingeflogen, es war schon da. Vielleicht paßt es zu diesen Leuten, die in Filmen sagen ‚Das verspreche ich dir!‘ und dem Kind oder der Freundin oder der alten Mutter oder dem ganz alten Großvater tief und überzeugend in die Augen schauen und sich pathetisch zeigen. „Vertrauensverlust“ gehört auch in die Klasse der Dreckswörter. Über „Beziehungsabbruchkosten“ meine ich bereits geschrieben zu haben – seltsamerweise gefiel es mir. Man kann sein „Vertrauenskapital“ komplett verspielen, dann glaubt einem niemand mehr. (Es ist dann die Zeit gekommen, die Gegend zu wechseln und von vorn zu beginnen. Nur ist betrügen so billig, und es übt sich auch ein.)


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