Equinox, 3. Folge: Was siehst du, wenn du schläfst?

Wie wirklich sind Träume? Wie wirklich sind Visionen? Was bedeuten sie, warum gibt es sie? Welchen Status sollen sie einnehmen in einer Wirklichkeits- und Wichtigkeitsordnung? Aus solchen Ordnungen besteht unsere Kultur. Sie sprechen von Werten, andauernd und ohrenbetäubend laut, selbstgefällig. Wir hierarchisieren die Wahrnehmungen und bevorzugen geläufige Muster – erstreben zu allererst Weltbildbestätigung. Und alle malen mit am großen Wandgemälde Dies ist die Welt, in der wir leben. Ich bin der kleine Spatz im Gebüsch neben der Spielplatzrutsche, ich stiebitze dir den Keks von der Untertasse deines Cappuccino mit Kleeblattmuster im Milchschaum. Normalität. Normierung. Risse in den Wahrnehmungskäfig ritzen, bescheidene Versuche einer Weiterung. Es gibt eine andere, eine meinetwegen fröhliche Wissenschaft – ich bin Nietzsche nahe, obwohl ich ihn, wenn möglich, meide. Ach, man will uns dauernd inhaftieren. Unsere jeweilige Schwäche ist Vorwand und bietet erneut Gelegenheit, noch einen Mauerstein aufzusetzen. „Ich wurde geheilt“, sagt Astrid am Lagerfeuer zum Lieblingslehrer ihrer toten Schwester. „Davon, Sie selbst zu sein“, sagt er.


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