Das Leben ist ein Würfelspiel

Der Winter ist nicht zurück, wie sie schreiben. Ihm gehört das Haus! Ich mag nicht, wenn die Leute Falsches annehmen oder Hoffnungen verbreiten, die nur Enttäuschung auf sich ziehen können. Jedes Jahr wieder um diese Zeit gibt es Streit zwischen den Optimisten und den Realisten. (Pessimisten gibt es Anfang März nicht mehr, die sind fort.) Optimistisch sind die Frühlingsgeborenen, denen vertraut vorkommt, was nun geschieht. Realistisch sind die anderen. Mein Frühlingsrealismus klingt wie folgt: Es wird eine Quälerei. Als wären Pferde bestellt und zögen uns nackter Haut über sandigen Grund, ließen uns dann liegen, wundgescheuert, und gäben uns durch ihre Bewegung die Richtung, in der eine Hütte steht, wo Heißgetränke angeboten werden, allerdings gegen Bezahlung, und wie jeder sehen kann, sind wir unbekleidet. Um Ostern herum singen die Wälder von Erlösung. Ja, es ist schön zu leben, wenn nur die Kälte nicht wär‘ und das Bangen um echten Zusammenhang.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Das Leben ist ein Würfelspiel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert