Ich laufe hier einfach weiter, das ist meine Idee vom Schreiben. Schreiben ist nicht Leben, aber zu leben dokumentiert sich im Schreiben. Und das Leben weicht aus in das Schreiben, wenn das Leben sich nicht anders erfüllen kann oder soll. Mit wenigen Wörtern habe ich eine Sackgasse erzeugt, die ich fortnehmen mag. In Wahrheit weiß ich nicht, warum ich gern schreibe und mich darin erfüllt sehe (einigermaßen). Es mag aus der Familie kommen, aus der Beobachtung und Anteilnahme am Leben und Sterben eines alten Mannes, der schreiben wollte, aber nicht mehr konnte. Wer sich freihin entwirft und entwerfen kann und die Energie aufbringt, daran zu glauben, was ohne Rückhalt in der Geschichte der Familie oder des ganzen Verbandes ist, dem wir zugerechnet werden, verdient die blutroten Rosen. Nein, wir verhandeln nicht nur unsere eigene Geschichte, sondern die unserer Sippe. In uns wird dauernd und spürbar verhandelt, wer die sind und was die taten, die uns in die Welt legten, stellten, setzten, warfen. Nachkomme sein – ja, aber mit eigenem Aplomb.
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