Ödnis, Langeweile, Überdruß

Die wichtigen Dinge nebenbei erwähnen, im Vorbeigehen, flüchtig, zugeworfen (nicht gefangen). Schattenwurf, Blendung, nicht bei Sinnen, Entschuldigung. Macht nichts, nichts passiert, alles gut (wie sie sagen). Unsere Kultur (pssst) ist spirituell dermaßen abgerockt, daß sie nicht die Spur einer Chance hat, zu überleben. Da schon kaum jemand weiß, wer er ist, und das, was gesagt wird, wenn man danach fragt, einem Katalogtext gleicht, der entweder einer Selbstanpreisung gleichkommt oder einem resignierten Achselzucken (ist halt so), wird es nichts werden mit der Zukunft. Technik hilft nicht weiter, wenn man weint. Technik hilft nicht, wenn man sich im Spiegel erkennt. Das Wissen der Welt ist weit und reicht tief. Der eine große Gott ist eine Fiktion, aber immerhin ein Vorhaben (ein Ehrgeiz, ein Anspruch des Begreifens). Letzten Sonntag brachte ich damit zu, über einen Vers nachzudenken: „This is the kind of silence that frightens white men“ (Making a Noice in this World, Robbie Robertson). „Everyone has a song / God gave us each a song / That’s how we know who we are / Everyone has a song“.


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