Kein Tanz in den Mai in diesem Jahr, aber Polizeihubschrauber sind zu hören. Ich habe nicht den Vollmond angesehen am Montag- oder Dienstagabend. Sehnsucht hat draußen nichts verloren. Das Herz ist ein einsamer Jäger. Ich möchte niemandem sagen müssen, woher ich komme und wohin ich will. Du mußt doch ein Ziel haben – so klangen die Peitschenhiebe einst, gut gemeint wie meist die Grausamkeit. Ich sollte was wollen, aber ich wollte nichts sollen. Man kann auch nicht Zukunft gestalten oder die Zukunft für sich gewinnen oder zukunftsfähig werden – das sind Propaganda-Phrasen. Die Zukunft ist nicht irgendwer oder irgendwas, man kann sich nicht an sie herankumpeln oder sie umwerben. In ein paar Minuten ist Mai – keine Ahnung, was er (mir) bringen wird. Mir ist kalt, die ewigen Winde blöden mich an. Aber es geht nicht um mich, das ist nur Wetter. Kalter April endet, kühl beginnt der Mai. Wenn ich über das Wetter rede, rede ich über sonstwas, fast schon alles. Ich bin ein Wettertier, ein Witterungskind, mich friert. Gestern schlug wütende fünf Minuten Hagel auf uns ein, ich befand mich im Innern eines Gebäudes und dachte: Ja, kurz mal alles kaputtmachen, dann wie die Sonne grinsen und gehen. Ich nehme alles persönlich dieser Tage. Geduld ist aufgezehrt. Tanz in den Mai, nicht mal im Innern. Wir Deutschen machen mir Angst.
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