Zur Aufheiterung Rolf Dieter Brinkmann gehört, Jetzt ist Winter in Köln, Tonbandaufnahme. Ein paar Sätze daraus:
„Jetzt ist Winter in Köln und wir haben alle wieder Husten. […] Nur noch wenn ich schreibe, dann bin ich klar. Ich schreibe nur noch für mich. Ich mache ein Buch fertig, packe es in eine Plastiktüte, verklebe es und lege es dann in die Kiste. Ich habe keine Lust mehr, mit mich Verlagen rumzuschlagen, mit irgendwelchen Redaktionen, irgendwelchen Kontrolleuren. Ich habe auch keine Lust mehr, irgendwelche Erklärungen abzugeben – dies und das zu erklären, zu interpretieren, überall immer wieder. […] Warum überall die Aufgeregtheit? Warum überall die Schnelligkeit? Warum immerzu diese Hast? Ist doch gar nichts los. […] Ich sehe, daß die Leute herumtaumeln und dauernd auf der Suche nach einem Vergnügen sind. Aber ist doch alles da. […] Die Toten sind viele, und es gibt die kalte Bratpfanne der Illusion. […] Nein, ich hab‘ keine Grundidee. Mir würde vieles leichter fallen, hätte ich eine Grundidee, nach der ich alles ordnen könnte. Ich muß mir jedesmal neu etwas ausdenken. — Was ich kritisieren könnte, weiß ich nicht. So, wie das jetzt ist, gefällt mir fast gar nichts. — Meine Erfahrung mit Medien – daß vor die Maschinen überall Bullen gestellt sind, furchtbar normale Wichtelmännchengestalten. Das ist meine Erfahrung mit den öffentlichen Rechtsmedien. Ja, der Kopf wird furchtbar ramponiert, und über die Ramponierung des Kopfes die Ramponierung des Körpers, der Empfindungen. Überall und immer wieder Schnitte und Kontrollen. Furchtbar. […] Ich lese Ihnen jetzt ein Gedicht, das Gedicht heißt Postkarte.“
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